Die Besteckformen sind fliessend und ausgewogen, sie vermeiden vordergründige Extravaganz und ruhen auf zeitlose Weise in sich. Und da weniger mehr ist, hat jedes Besteckteil einen Durchbruch, der beim Messer in der Klinge sitzt, bei den anderen Teilen knapp unterhalb des Stiels. Aus jedem Besteckteil wurde eine eigene Form herausgeleasert, die variierten Dreiecken ähnelt, deren Ecken stark abgerundet sind.
Natürlich kullert hier keine Erbse, und die Suppe tropft in kein noch so verlockendes Dekolleté, dafür verbürgt sich Berndorf. Mit Michael Schneider hat das Besteck einen ebenso souveränen wie erfahrenen Designer gefunden.
Der optische Reiz der Perforation wird zusätzlich bereichert durch eine kreative Herausforderung: "perspectives" verlangt nach einem frischen Dillzweig, dem Basilikumblatt, einer Gewürznelke, der Chilischote, der würzigen Kapuzinerkresse oder der edlen Cocktail-Orchidee, die durch die Öffnungen hindurch gesteckt werden wollen. Ein seidiges Band zieht sich hindurch und hält die Menükarte oder das Foto, das die Herkunft des kommenden kulinarischen Genusses oder einen Schnappschuss des Gastes zeigt. Ob Zimststange, Nudel oder gar Lakritzschnecke, die Fantasie darf sich ausleben, sie darf zusammenknoten und sogar aufhängen, frei von allen Regeln der Deko-Kunst!
Dieses ganz entschieden spielerische Element verleiht der puristischen Besteckform einen solch unverwechselbaren Charme, dass die Gastgeberin oder der kreative Koch sich einer Sache gewiss sein kann: Die letzten Ferienerlebnisse werden sicher nicht den Gesprächsstoff zur Vorspeise bestimmen...